Kuhmilchallergie, was ist das?
Bei einer Kuhmilchallergie sind zwei verschiedene Fälle zu unterscheiden:
- Echte Allergie (gegen das Eiweiß der Milch)
- Milchzucker-Unverträglichkeit oder Laktose-Intoleranz
Bei der Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) fehlt der Person die Fähigkeit, den in der Milch enthaltenen Milchzucker ( C12H22O11 ), die Laktose, zu verdauen. Es liegt hier keine Allergie vor, sondern eine Stoffwechsel-Störung. Rund 85 % der Asiaten sind davon betroffen – aber auch rund 15 % - 20 % der Mitteleuropäer. Ihnen fehlt das Enzym Lactase, das für die Verdauung des Milchzuckers verantwortlich ist. Nach dem Verzehr von Milch kommt es nicht zu typischen Allergie-Erscheinungen, sondern zu Blähungen oder Durchfall. Diese verschwinden aber rasch, wenn auf Milch und Milchprodukte verzichtet wird.
Bei der echten Allergie ist ein Bestandteil des Milcheiweißes für die Reaktion des Immunsystems verantwortlich. Diese Reaktion kann manchmal lebensbedrohlich sein. Personen mit einer starken Allergie gegen Kuhmilch-Eiweiß müssen alle Produkte, die Kuhmilch beinhalten, strikt meiden. Allergiker können aber auf Soja-, Mandel-, Reis- oder Kokosmilch zurückgreifen. Für Kleinkinder gibt es spezielle, hypoallergene Nahrung.
Milcheiweiß besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen. Vereinfacht kann es in zwei Gruppen eingeteilt werden:
- Molkeeiweiß: ist hitzeempfindlich und leicht löslich. Es besteht aus Albuminen und Globulinen. Kuhmilch-Molkeeiweiß kann oftmals von Allergikern ersatzweise mit Schaf-, Ziegen- oder Stutenmilch ersetzt werden.
- Casein: ist ein schwerlöslicher und hitzebeständiger Bestandteil der Milch und kommt in allen tierischen Milcharten vor. Für Allergiker gibt es hier keine Ausweichmöglichkeit. Käse und Quark enthalten nur einen geringen Anteil an Molkeeiweiß, dafür sehr viel Casein.
Folgende Produkte enthalten beide Gruppen von Milcheiweiß:
- Trinkmilch
- Sauermilch
- Joghurt
- Kefir
- Buttermilch
Nicht alle Allergiker haben die gleichen Symptome. Es gibt große Unterschieden bei der Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel. So vertragen Molkeeiweiß-Allergiker keine Rohmilch, dafür aber abgekochte Milch. Bei Casein-Allergie werden hingegen weder rohe noch abgekochte Milch vertragen. Auch Sojamilch wird von rund 25% Milcheiweißallergikern nicht vertragen. Hier sollten nicht nur Milch und Milchprodukte gemieden werden, sondern alle Nahrungsmittel, in denen Milcheiweiß und Sojaeiweiß enthalten sind.
Je nach Art der Sensibilisierung können Allergiker auf Ersatzprodukte ausweichen:
Butter/Sahne:
Der Eiweißanteil in Butter und Schlagsahne ist sehr gering, so dass diese Produkte von vielen Allergikern recht gut vertragen werden.
Reismilch: Wenn Sie jedoch auch auf Butter und Sahne allergisch reagieren, können Sie als Milchersatz auch Reismilch verwenden. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass in Reismilch wesentlich weniger Nähr- und Mineralstoffe enthalten sind als in Kuhmilch.
Schaf- Ziegen- und Stutenmilch: Da das Casein anders zusammengesetz ist, werden sie von vielen Allergikern vertragen, die empfindlich auf diesen Stoff reagieren.
Sojamilch: wenn sie vertragen wird, ist sie eine ausgezeichnete Eiweißquelle.
Einige Symptome bei Milchunverträglichkeiten:
Bei einer Milcheiweißallergie kommt es meist zu folgenden Symptomen:
Verdauungstrakt: Sodbrennen, Gastritis, Darmkrämpfe, Darmentzündung, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, analer Juckreiz
Mundhöhle / Hals / Rachen: Zungenbrennen, Juckreiz, Taubheitsgefühle, Aphtenbildung, Zahnfleischentzündungen
Haut: Rötung, Juckreiz, Ekzeme
Darüber hinaus können auch weitere Symptome hervorgerufen werden:
Augen: Rötung, Tränenfluss, geschwollene Augenlider
Nase: Schnupfen, Niesattacken, Schleimhautschwellung, chronische Nebenhöhlenentzündung
Ohren: Juckreiz, Rötung, herpesähnlicher Ausschlag, Akne, trockene und rissige Haut
Nervensystem: Unruhezustände, Depressionen, Kopfschmerzen, Migräne, Nervenentzündung
Herz /Kreislauf: Kollaps, in einigen Fällen Kreislaufversagen (anaphylaktischer Schock)
Atemwege: Atemnot, Asthma, chronischer Husten
Sonstiges: Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Leistungsschwäche
Nehmen Sie Säurehemmer? Wenn Ja. Achtung: ohne Magensäure kann das Milcheiweiß nicht aufgespalten werde. Dann gibt es auch oft allergische Reaktionen, ohne dass man eigentlich ein Milcheiweiß-allergiker ist. Z.B. Bindehautentzündungen.
Milcheiweißallergie ist nicht ursächlich behandelbar.
Einzig eine Allergenkarenz, nämlich die Meidung allergieauslösender Stoffe kann helfen. Nur eine strenge Diät hilft Milcheiweißallergikern.
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